Intercom-System am Filmset: Full-Duplex, Reichweite und Teamgröße richtig wählen
Bei einem Filmset reicht es nicht, dass Kamera, Ton, Licht und Regie jeweils ihre eigene Technik beherrschen. Entscheidend ist auch, dass die Beteiligten schnell und zuverlässig miteinander kommunizieren können. Je größer das Team und je weiter die einzelnen Arbeitsbereiche auseinanderliegen, desto schwieriger wird das mit Zurufen oder einfachen Funkgeräten.
Ein drahtloses Intercom-System ermöglicht eine permanente Sprachverbindung zwischen mehreren Teammitgliedern. Dabei können Kameraleute, Regie, Licht, Ton oder Produktionsleitung direkt miteinander sprechen, ohne ständig ein separates Funkgerät bedienen zu müssen.
Hersteller wie Hollyland bieten mit Produktfamilien wie Solidcom unterschiedliche Systeme für kleine Produktionsteams bis hin zu umfangreichen professionellen Setups an. Entscheidend ist jedoch zunächst nicht die Marke, sondern die Frage, welche Kommunikationsstruktur am eigenen Filmset tatsächlich benötigt wird.

Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Kriterien: Full-Duplex, Reichweite, Teamgröße, Headset-Konzept, Gruppenkommunikation und Roaming.
Was ist ein Intercom-System?
Ein Intercom-System ist eine Kommunikationslösung für Teams, die während einer Produktion dauerhaft miteinander sprechen müssen.
Typische Einsatzbereiche sind:
- Film- und Fernsehproduktionen
- Livestreams
- Konzerte und Bühnenveranstaltungen
- Sportveranstaltungen
- Konferenzen
- Kirchen- und Eventproduktionen
- Regie- und Kamerateams
- Ton- und Lichttechnik
Im Gegensatz zu einem normalen Telefonat geht es nicht darum, zwei Personen miteinander zu verbinden. Ein professionelles Intercom muss mehrere Teilnehmer gleichzeitig in einen gemeinsamen Kommunikationsablauf integrieren.
Warum reicht ein normales Funkgerät häufig nicht aus?
Klassische Handfunkgeräte können für einfache Absprachen ausreichend sein. Bei schnellen Produktionsabläufen haben sie jedoch einen entscheidenden Nachteil: Häufig kann immer nur eine Person gleichzeitig sprechen.
Zusätzlich muss eine Sprechtaste gedrückt werden. Wer gleichzeitig eine Kamera bedient, Kabel verlegt, Licht ausrichtet oder andere Aufgaben erledigt, hat dafür nicht immer eine Hand frei.
Ein Headset-Intercom ist deshalb stärker auf kontinuierliche Teamarbeit ausgelegt.
Was bedeutet Full-Duplex?
Der wichtigste technische Begriff bei modernen Intercom-Systemen ist Full-Duplex.
Full-Duplex bedeutet, dass Teilnehmer gleichzeitig sprechen und hören können. Die Kommunikation funktioniert dadurch ähnlich wie bei einem normalen Gespräch.
Das unterscheidet sich vom sogenannten Half-Duplex-Prinzip klassischer Funkgeräte. Dort spricht normalerweise eine Person, während die anderen zuhören.
Warum ist Full-Duplex am Filmset wichtig?
Ein Filmset kann sehr dynamisch sein. Regie, Kamera und andere Beteiligte müssen teilweise innerhalb weniger Sekunden reagieren.
Beispiele sind:
- Die Regie gibt eine neue Kameraanweisung.
- Der Kameramann meldet gleichzeitig ein technisches Problem.
- Die Lichtabteilung muss eine Änderung bestätigen.
- Die Produktion koordiniert parallel den nächsten Ablauf.
Wenn jeder Teilnehmer warten muss, bis der Funkkanal frei ist, kann die Kommunikation unnötig langsam werden.
Full-Duplex ermöglicht einen natürlicheren Austausch und ist deshalb besonders für anspruchsvollere Produktionsabläufe interessant.
Wie viele Teilnehmer braucht das Intercom-System?
Die Teamgröße gehört zu den wichtigsten Auswahlkriterien.
Ein Zwei- oder Drei-Personen-Team stellt völlig andere Anforderungen als eine Produktion mit zehn, zwanzig oder noch mehr Beteiligten.
Vor der Auswahl sollte deshalb geklärt werden, wer tatsächlich dauerhaft über das Intercom erreichbar sein muss.
Dazu können beispielsweise gehören:
- Regie
- Kamera
- Kameraassistenz
- Ton
- Licht
- Aufnahmeleitung
- Bühnenmanagement
- Streaming-Technik
Nicht jeder am Set braucht automatisch ein Headset
Bei der Planung sollte nicht einfach die gesamte Zahl der anwesenden Personen übernommen werden.
Ein Darsteller, Maskenbildner oder Fotograf benötigt möglicherweise keine permanente Intercom-Verbindung.
Wichtiger ist die Zahl der Personen, die während der eigentlichen Produktion kontinuierlich Anweisungen austauschen müssen.
Dadurch lässt sich vermeiden, ein unnötig großes und komplexes System zu kaufen.
Kleine Teams: Einfachheit ist oft wichtiger als maximale Ausstattung
Bei kleinen Produktionen kann ein unkompliziertes Headset-System ausreichen.
Typische Beispiele sind:
- Kameramann und Regie
- kleines Livestream-Team
- zwei bis vier Veranstaltungstechniker
- kleine Bühnenproduktion
Hier sind schnelle Einrichtung, angenehmer Tragekomfort und zuverlässige Funkverbindung häufig wichtiger als umfangreiche Gruppen- oder Roaming-Funktionen.
Produktfamilien wie Hollyland Solidcom SE zeigen genau diesen Ansatz: relativ unkomplizierte drahtlose Teamkommunikation für kleinere Setups, ohne daraus sofort eine große Intercom-Infrastruktur zu machen.
Mittlere Teams: Struktur wird wichtiger
Mit zunehmender Teamgröße verändert sich die Anforderung.
Wenn Kamera, Licht, Ton und Regie gleichzeitig miteinander arbeiten, kann ein einziger gemeinsamer Gesprächskanal schnell unübersichtlich werden.
Dann werden zusätzliche Funktionen interessant, beispielsweise:
- größere Teilnehmerzahl
- Gruppenkommunikation
- austauschbare Akkus
- bessere Geräuschunterdrückung
- größere Funkreichweite
Innerhalb der Hollyland-Solidcom-Familie gibt es deshalb unterschiedliche Ausbaustufen statt eines einzigen Systems für alle Teamgrößen.
Warum sind Kommunikationsgruppen wichtig?
Bei größeren Produktionen müssen nicht alle Beteiligten jedes Gespräch hören.
Ein Beispiel:
- Die Kameragruppe bespricht Kamerapositionen.
- Das Lichtteam koordiniert Umbauten.
- Die Regie muss beide Gruppen erreichen können.
Würde jede Nachricht an sämtliche Teilnehmer übertragen, entstünde schnell ein unübersichtlicher Kommunikationskanal.
Professionelle Intercom-Systeme können deshalb mehrere Gruppen bereitstellen.
Kommunikationsgruppen reduzieren unnötigen Funkverkehr
Gruppen sorgen dafür, dass Informationen gezielter verteilt werden können.
Das reduziert Ablenkung und verhindert, dass wichtige Anweisungen zwischen für den jeweiligen Teilnehmer irrelevanten Gesprächen untergehen.
Bei größeren Film-, Event- und Broadcast-Produktionen kann die Gruppenstruktur deshalb genauso wichtig sein wie die reine Zahl der Headsets.
Wie viel Reichweite braucht ein Intercom-System?
Auch bei Intercom-Systemen gehören große Reichweitenangaben zu den auffälligsten technischen Daten.
Mehrere hundert Meter können beeindruckend wirken. Entscheidend ist jedoch, welche Entfernung im realen Produktionsablauf tatsächlich überbrückt werden muss.
Bei einem kleinen Studio liegen alle Beteiligten möglicherweise innerhalb von 30 Metern. Bei einem großen Festivalgelände oder Sportevent können dagegen mehrere hundert Meter relevant werden.
Was bedeutet Reichweite bei freier Sicht?
Hersteller messen maximale Funkreichweiten häufig unter günstigen Bedingungen mit weitgehend freier Sicht zwischen den Geräten.
In einer realen Produktionsumgebung können verschiedene Hindernisse die Funkverbindung beeinflussen:
- Wände
- Betondecken
- Metallkonstruktionen
- Bühnenaufbauten
- Fahrzeuge
- Menschenmengen
- andere Funksysteme
Die maximale Reichweitenangabe sollte deshalb nicht als Garantie für jede Situation verstanden werden.
Stabile 100 Meter können wichtiger sein als theoretische 400 Meter
Ein System sollte nicht allein deshalb gewählt werden, weil es auf dem Datenblatt die größte Funkdistanz bietet.
Wenn der tatsächliche Arbeitsbereich nur 100 Meter umfasst, ist eine stabile Verbindung innerhalb dieser Zone wesentlich wichtiger.
Entscheidend ist deshalb immer die reale Umgebung, nicht nur der theoretische Maximalwert.
DECT bei drahtlosen Intercom-Systemen
Professionelle drahtlose Intercom-Systeme verwenden häufig DECT-Technologie.
DECT wurde speziell für drahtlose Sprachkommunikation entwickelt und wird deshalb auch bei verschiedenen professionellen Headset-Systemen eingesetzt.
Hollyland nutzt DECT beispielsweise innerhalb der Solidcom-C1-Serie.
Für den Anwender ist weniger die Abkürzung selbst entscheidend als das Ergebnis: eine Funktechnik, die auf kontinuierliche Sprachkommunikation zwischen mehreren Geräten ausgelegt ist.
Headset ohne Bodypack oder System mit Beltpack?
Intercom-Systeme können grundsätzlich unterschiedlich aufgebaut sein.
Bei einem True-Wireless-Headset befindet sich die Funktechnik direkt im Headset.
Bei anderen professionellen Systemen trägt der Nutzer zusätzlich ein Beltpack am Gürtel, an das ein Headset angeschlossen wird.
Beide Konzepte haben ihre Berechtigung.
Vorteile eines Headsets ohne Bodypack
Ein vollständig kabelloses Headset reduziert die Zahl der Geräte am Körper.
Das kann besonders für mobile Teammitglieder angenehm sein, beispielsweise:
- Kameraleute
- Steadicam-Operator
- Bühnenpersonal
- Veranstaltungstechniker
Es gibt weniger Kabel und kein zusätzliches Gerät am Gürtel.
Hollyland verfolgt dieses Konzept beispielsweise bei Solidcom C1 und C1 Pro.
Wann ist ein Beltpack sinnvoll?
Ein Beltpack-System kann stärker in vorhandene professionelle Intercom-Infrastruktur integriert werden.
Das ist beispielsweise bei:
- Broadcast-Produktionen
- großen Veranstaltungsproduktionen
- fest installierten Kommunikationssystemen
- bestehenden 2-Draht- oder 4-Draht-Intercom-Netzen
interessant.
Hollyland Solidcom M1 verwendet beispielsweise ein solches Konzept mit Basisstation und Beltpacks. Hollyland beschreibt M1 ausdrücklich als Full-Duplex-Wireless-Intercom-Lösung und sieht unter anderem Gruppenkommunikation sowie Schnittstellen zur Integration in bestehende Intercom-Systeme vor. :chatgpt-content-reference{index=“0″}
Single-Ear oder Dual-Ear?
Auch die Bauform des Headsets sollte zum Arbeitsplatz passen.
Bei einem Single-Ear-Headset bleibt ein Ohr frei.
Das kann sinnvoll sein, wenn ein Teammitglied gleichzeitig:
- Anweisungen über Intercom hören muss,
- aber auch die direkte Umgebung wahrnehmen soll.
Ein Kameramann muss beispielsweise möglicherweise die Regie hören und gleichzeitig auf Geräusche beziehungsweise Anweisungen unmittelbar am Set reagieren.
Wann ist ein Dual-Ear-Headset sinnvoll?
Ein Dual-Ear-Headset bedeckt beide Ohren stärker.
Das kann in lauten Umgebungen Vorteile bieten, beispielsweise bei:
- Konzerten
- Sportveranstaltungen
- lauten Bühnenproduktionen
- Maschinen- oder Industriegeräuschen
Dafür wird die direkte Wahrnehmung der Umgebung stärker reduziert.
Die richtige Lösung hängt deshalb vom Arbeitsplatz ab.
Geräuschunterdrückung bei Intercom-Systemen
Umgebungsgeräusche sind bei Teamkommunikation besonders problematisch.
Bei einer aufgezeichneten Audiospur kann später möglicherweise noch nachbearbeitet werden. Eine Regieanweisung muss dagegen sofort verstanden werden.
Moderne Intercom-Systeme verwenden deshalb teilweise mehrere Mikrofone oder elektronische Geräuschunterdrückung, um Sprache besser von der Umgebung zu trennen.
Auch Hollyland setzt bei verschiedenen Solidcom-Modellen auf entsprechende Funktionen; beim C1 Pro nennt der Hersteller ausdrücklich Umgebungsgeräuschunterdrückung und ein True-Wireless-Headset-Konzept ohne Bodypack. :chatgpt-content-reference{index=“1″}
Geräuschunterdrückung ersetzt keine gute Mikrofonposition
Wie bei normalen Mikrofonen bleibt auch beim Intercom die Mikrofonposition wichtig.
Der Mikrofonarm sollte so eingestellt werden, dass Sprache deutlich aufgenommen wird, ohne direkt vor dem Mund störende Atem- oder Windgeräusche zu erzeugen.
Elektronische Geräuschunterdrückung kann helfen, sollte aber nicht als Ersatz für eine sinnvolle Headset-Einstellung verstanden werden.
Mute-Funktion und Mikrofonarm
Ein Intercom-Headset sollte sich schnell stummschalten lassen.
Das ist wichtig, wenn ein Teammitglied kurzfristig mit einer Person direkt vor Ort spricht oder Hintergrundgeräusche nicht in das gesamte Kommunikationssystem übertragen werden sollen.
Bei verschiedenen professionellen Headsets kann die Stummschaltung über eine Taste oder durch Hochklappen des Mikrofonarms erfolgen.
Ein solcher Mechanismus ist gerade während hektischer Produktionen praktischer als eine komplizierte Menübedienung.
Push-to-Talk oder dauerhaft offene Kommunikation?
Full-Duplex bedeutet nicht zwangsläufig, dass jedes Mikrofon ständig offen bleiben muss.
Je nach System kann zusätzlich ein Push-to-Talk-Modus sinnvoll sein.
Damit spricht ein Teilnehmer nur dann in das gemeinsame System, wenn eine entsprechende Taste gedrückt wird.
Das kann bei bestimmten Rollen sinnvoll sein, die nur gelegentlich Anweisungen geben.
Akkulaufzeit: ein entscheidender Praxisfaktor
Ein professioneller Drehtag kann viele Stunden dauern.
Deshalb sollte die Akkulaufzeit eines Intercom-Systems nicht unterschätzt werden.
Wichtig sind Fragen wie:
- Wie lange arbeitet ein Headset mit einem Akku?
- Kann der Akku gewechselt werden?
- Kann während des Betriebs geladen werden?
- Wie viele Ersatzakkus stehen zur Verfügung?
- Wie schnell lassen sich mehrere Akkus gleichzeitig laden?
Austauschbarer Akku oder fest integrierter Akku?
Beide Konzepte haben Vor- und Nachteile.
Ein fest integrierter Akku kann das Headset kompakter machen.
Bei langen Produktionstagen sind austauschbare Akkus dagegen praktisch. Ein leerer Akku kann ersetzt werden, während das Headset sofort weiterverwendet wird.
Für professionelle Dauereinsätze sollte deshalb nicht nur die nominelle Laufzeit betrachtet werden.
Tragekomfort wird nach mehreren Stunden wichtig
Ein Headset kann technisch hervorragend funktionieren und trotzdem im Alltag ungeeignet sein, wenn es nach zwei Stunden unangenehm wird.
Bei langen Einsätzen spielen deshalb unter anderem eine Rolle:
- Gewicht
- Anpressdruck
- Ohrpolster
- Verstellbarkeit
- Belüftung
- Balance des Headsets
Gerade bei ganztägigen Veranstaltungen sollte Tragekomfort nicht als nebensächliches Detail behandelt werden.
Was ist ein Master-Headset?
Bei einigen Intercom-Systemen übernimmt ein bestimmtes Headset zusätzliche Steuerungsfunktionen.
Dieses wird häufig als Master-Headset bezeichnet.
Andere Headsets arbeiten als Remote- beziehungsweise Teilnehmergeräte.
Bei der Planung muss deshalb berücksichtigt werden, ob das System ohne Basisstation arbeitet und welche Rolle das Master-Gerät übernimmt.
Wann ist eine Basisstation sinnvoll?
Mit zunehmender Systemgröße werden zentrale Steuerungsfunktionen wichtiger.
Eine Basisstation beziehungsweise ein Hub kann beispielsweise:
- Teilnehmer verwalten,
- Kommunikationsgruppen einrichten,
- externe Systeme anbinden,
- größere Kommunikationsstrukturen ermöglichen.
Für ein kleines Drei-Personen-Team wäre eine solche Infrastruktur möglicherweise unnötig. Bei größeren Produktionen kann sie dagegen entscheidend sein.
Was bedeutet Roaming bei einem Intercom-System?
Bei sehr großen Produktionsflächen kann ein einzelner Funkbereich nicht mehr ausreichen.
Roaming ermöglicht es einem Teammitglied, sich zwischen mehreren Funkbereichen zu bewegen, ohne die Kommunikationsverbindung manuell neu aufbauen zu müssen.
Das Prinzip ähnelt dem Wechsel zwischen verschiedenen WLAN-Zugangspunkten innerhalb eines größeren Netzwerks.
Wann wird Roaming interessant?
Roaming kann beispielsweise sinnvoll sein bei:
- großen Veranstaltungszentren
- mehreren Hallen
- weitläufigen Sportanlagen
- großen Studios
- Gebäudekomplexen
- Festivals
Für ein normales kleines Filmset wäre diese Technik häufig überdimensioniert.
Hollyland führt mit Solidcom C1 Pro Roaming eine entsprechende Ausbaustufe innerhalb seiner Intercom-Familie; im aktuellen EU-Shop wird sie klar getrennt von SE, C1, C1 Pro und M1 angeboten. :chatgpt-content-reference{index=“2″}
Wie viele Gruppen braucht ein großes Team?
Mit wachsender Teilnehmerzahl steigt auch die Bedeutung der Gruppenstruktur.
Ein großes Veranstaltungsteam könnte beispielsweise aufgeteilt werden in:
- Regie
- Kamera
- Licht
- Ton
- Bühne
- Produktion
Nicht jedes System unterstützt dieselbe Zahl von Gruppen.
Vor dem Kauf sollte deshalb nicht nur geprüft werden, wie viele Headsets verbunden werden können, sondern auch, wie diese Teilnehmer organisatorisch getrennt werden können.
Integration in vorhandene Intercom-Systeme
Professionelle Produktionsfirmen beginnen häufig nicht bei null.
Es kann bereits eine kabelgebundene Intercom-Infrastruktur vorhanden sein.
In diesem Fall ist die Frage wichtig, ob ein neues drahtloses System über entsprechende Schnittstellen integriert werden kann.
Bei professionellen Systemen können beispielsweise 2-Draht- und 4-Draht-Verbindungen relevant sein.
Solidcom M1 ist ein Beispiel für ein Hollyland-System, bei dem solche Schnittstellen zur vorhandenen Intercom-Infrastruktur ausdrücklich vorgesehen sind. :chatgpt-content-reference{index=“3″}
Intercom bei Filmproduktion und Livestream
Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Produktionsart.
Bei einem Filmset stehen häufig Kamera, Regie, Ton und Licht im Mittelpunkt.
Bei einem Livestream können zusätzlich folgende Rollen hinzukommen:
- Bildmischer
- Streaming-Techniker
- Moderator
- Bühnenmanager
- Grafik
- Social-Media-Team
Dadurch steigt die Zahl der Kommunikationsbeziehungen.
Ein System, das für einen kleinen Filmdreh ausreicht, muss deshalb nicht automatisch für eine große Liveproduktion geeignet sein.
Intercom bei Veranstaltungen
Bei Veranstaltungen kommt ein weiterer Faktor hinzu: Das Produktionsteam verteilt sich häufig über eine große Fläche.
Regie, Bühne, Lichttechnik, Kameras und Empfangsbereich können weit voneinander entfernt sein.
Hier werden Reichweite, Akkulaufzeit und gegebenenfalls Roaming besonders wichtig.
Vor dem Einsatz einen Reichweitentest durchführen
Bei einer wichtigen Produktion sollte ein Intercom-System möglichst unter realistischen Bedingungen getestet werden.
Der Test sollte nicht nur auf einem leeren Veranstaltungsgelände stattfinden.
Wenn möglich, sollten berücksichtigt werden:
- spätere Bühnenaufbauten
- Wände und Türen
- Menschenmengen
- andere Funktechnik
- tatsächliche Arbeitspositionen
So lässt sich wesentlich besser beurteilen, ob die Funkabdeckung für die geplante Produktion ausreicht.
Ein Ersatzakku kann wichtiger sein als zusätzliche Reichweite
Technische Daten werden häufig nach möglichst großen Zahlen verglichen.
In der Praxis kann jedoch ein einfacher Ersatzakku wertvoller sein als zusätzliche 50 oder 100 Meter theoretische Funkreichweite.
Ein Intercom-System sollte deshalb nicht nur nach spektakulären Maximalwerten beurteilt werden.
Zuverlässigkeit, Bedienung, Energieversorgung und Tragekomfort sind mindestens ebenso wichtig.
Hollyland Solidcom als Beispiel für unterschiedliche Teamgrößen
Die Hollyland-Solidcom-Serie zeigt gut, warum ein Intercom-System nicht für jede Produktion identisch aufgebaut sein kann.
Innerhalb der Produktfamilie gibt es unterschiedliche Konzepte:
- Solidcom SE und SE Pro: vergleichsweise unkomplizierte Systeme für kleinere bis mittlere Teams.
- Solidcom C1 und C1 Pro: True-Wireless-Headsets ohne separates Bodypack.
- Solidcom C1 Pro Roaming: für größere Flächen und komplexere Kommunikationsstrukturen.
- Solidcom M1: professionelles System mit Basisstation, Beltpacks und Schnittstellen zur Integration in vorhandene Infrastruktur.
Der aktuelle Hollyland-Shop führt diese Systeme entsprechend als getrennte Intercom-Lösungen. :chatgpt-content-reference{index=“4″}
Welches konkrete Solidcom-Modell sinnvoll ist, sollte separat anhand der jeweiligen Ausstattung geprüft werden. Für die grundsätzliche Entscheidung sind zunächst Teamgröße, Arbeitsbereich und Kommunikationsstruktur wichtiger.
Checkliste für die Auswahl eines Intercom-Systems
- Wie viele Personen benötigen dauerhaft Kommunikation?
- Ist Full-Duplex erforderlich?
- Welche reale Funkreichweite wird benötigt?
- Gibt es Wände oder andere größere Hindernisse?
- Werden mehrere Kommunikationsgruppen benötigt?
- Sind Headsets ohne Bodypack erwünscht?
- Ist ein Beltpack-System besser in vorhandene Technik integrierbar?
- Wie laut ist die Arbeitsumgebung?
- Ist aktive Geräuschunterdrückung wichtig?
- Single-Ear oder Dual-Ear?
- Wie lange dauert ein typischer Produktionstag?
- Sind austauschbare Akkus erforderlich?
- Wird ein Hub beziehungsweise eine Basisstation benötigt?
- Müssen mehrere Funkbereiche per Roaming verbunden werden?
- Soll das System mit vorhandener Intercom-Technik zusammenarbeiten?
Fazit: Teamgröße und Produktionsablauf bestimmen das passende Intercom
Ein drahtloses Intercom-System kann die Kommunikation an Filmsets, bei Livestreams und Veranstaltungen erheblich vereinfachen.
Full-Duplex ermöglicht natürliche Gespräche ohne ständigen Wechsel zwischen Senden und Empfangen. Die maximale Funkreichweite ist wichtig, sollte aber immer im Zusammenhang mit der tatsächlichen Produktionsumgebung betrachtet werden.
Bei kleinen Teams steht meist ein einfacher und schneller Aufbau im Vordergrund. Mit zunehmender Teilnehmerzahl werden dagegen Gruppenkommunikation, Hub-Systeme und möglicherweise Roaming immer wichtiger.
Auch die Bauform spielt eine Rolle: True-Wireless-Headsets ohne Bodypack bieten viel Bewegungsfreiheit, während Beltpack-Systeme Vorteile bei der Integration in vorhandene professionelle Infrastruktur haben können.
Produktfamilien wie Hollyland Solidcom decken deshalb mehrere unterschiedliche Größenordnungen ab. Das richtige System ergibt sich nicht allein aus der höchsten Reichweitenangabe oder der größten Teilnehmerzahl.
Wer zunächst Teamgröße, Kommunikationsgruppen, reale Entfernungen und Einsatzdauer festlegt, kann die Auswahl deutlich eingrenzen und erhält ein Intercom-System, das zum tatsächlichen Produktionsablauf passt.
Hollyland DE ansehen!