Hollyland COSMO C2: professionelle drahtlose Videoübertragung im Überblick

Bei größeren Film-, Event- und Livestream-Produktionen reicht es häufig nicht aus, einfach nur ein Kamerasignal drahtlos von einem Sender zu einem Empfänger zu übertragen. Mehrere Kameras müssen eingebunden, lange Distanzen überbrückt und Videosignale zuverlässig in bestehende Produktionsumgebungen integriert werden. Genau für solche Aufgaben ist das Hollyland COSMO C2 ausgelegt.

Das professionelle drahtlose Videoübertragungssystem unterscheidet sich deutlich von einfachen Funkstrecken. Besonders interessant ist die Möglichkeit, zwei Sender mit einem gemeinsamen Empfänger zu verwenden. Hinzu kommen HDMI und SDI, Unterstützung für NDI HX3, UVC- und RTMP-Streaming sowie eine vom Hersteller angegebene Reichweite von bis zu 1.000 Metern bei freier Sicht.

Dieser Überblick zeigt, welche Funktionen das Hollyland COSMO C2 bietet, für welche Produktionsumgebungen es gedacht ist und worin sich sein Konzept von einfacheren drahtlosen Videosystemen unterscheidet.

Was ist das Hollyland COSMO C2?

Das COSMO C2 ist ein professionelles Funkvideosystem zur drahtlosen Übertragung von Kamerasignalen. Im Mittelpunkt steht eine Konfiguration aus zwei Sendern und einem Empfänger.

Damit können beispielsweise zwei Kameras ihre Videosignale drahtlos zu einer zentralen Empfangseinheit übertragen. Das kann bei Filmsets, Veranstaltungsproduktionen oder Livestreams interessant sein, bei denen mehrere Kamerapositionen eingesetzt werden und unnötige Kabelwege vermieden werden sollen.

Hollyland bietet das System außerdem in unterschiedlichen Zusammenstellungen an. Neben dem kompletten 2TX-&-1RX-Set gibt es auch eine Variante mit einem Sender und einem Empfänger sowie einzelne Sender.

Zwei Sender und ein Empfänger: das zentrale Konzept

Eine Besonderheit des COSMO C2 ist die 2TX-&-1RX-Architektur. Zwei separate Videosender können ihre Signale an einen gemeinsamen Empfänger übertragen.

Das kann mehrere Vorteile haben. Anstatt für jede Kamera ein vollständig separates Sender-Empfänger-Paar aufzubauen, lassen sich zwei Kameras innerhalb eines gemeinsamen Systems organisieren. Dadurch können weniger Empfangsgeräte und Kabel erforderlich sein.

Gerade bei Multi-Kamera-Produktionen ist dieser Ansatz interessant. Zwei Kamerapositionen können beispielsweise parallel an eine Regie oder einen zentralen Produktionsplatz angebunden werden.

Für welche Produktionen ist COSMO C2 gedacht?

Das COSMO C2 richtet sich vor allem an Anwender, die mit anspruchsvolleren Video-Workflows arbeiten. Dazu können Filmteams, Veranstaltungsproduktionen, Livestream-Anbieter, Produktionsfirmen und professionelle Videografen gehören.

Typische Einsatzmöglichkeiten sind beispielsweise:

  • Film- und Fernsehproduktionen mit mehreren Kameras
  • Live-Events und Veranstaltungsübertragungen
  • Konferenzen und Bühnenproduktionen
  • Sport- und Outdoor-Aufnahmen
  • Livestreaming mit professionellen Kameras
  • größere Studios und Produktionshallen
  • mobile Regie- und Monitoring-Setups

Bis zu 1.000 Meter Reichweite bei freier Sicht

Hollyland gibt für das COSMO C2 eine maximale Übertragungsdistanz von bis zu 1.000 Metern beziehungsweise rund 3.000 Fuß unter Sichtbedingungen an.

Damit liegt das System deutlich über den Reichweiten, die für viele kleinere Creator- oder Kamera-Setups erforderlich sind. Der große mögliche Abstand zwischen Kamera und Empfänger kann beispielsweise bei Veranstaltungen, Sportproduktionen oder weitläufigen Filmsets interessant sein.

Die maximale Herstellerangabe sollte jedoch nicht mit einer garantierten Reichweite in jeder Umgebung verwechselt werden. Gebäude, Wände, Metallstrukturen, Personen und andere Funksysteme können die tatsächlich erreichbare Distanz reduzieren.

Für die praktische Planung ist daher entscheidend, wie die Produktionsumgebung aussieht und ob zwischen Sender und Empfänger weitgehend freie Sicht besteht.

33 Millisekunden Latenz

Neben der Reichweite ist bei drahtloser Videoübertragung die Latenz besonders wichtig. Sie beschreibt die Verzögerung zwischen dem Kamerasignal und dem Bild, das am Empfänger zur Verfügung steht.

Hollyland gibt für das COSMO C2 eine Latenz von lediglich 33 Millisekunden an. Nach Herstellerangaben soll diese geringe Verzögerung auch über größere Übertragungsdistanzen stabil bleiben.

Eine niedrige Latenz ist insbesondere dann wichtig, wenn das empfangene Bild nicht nur zur allgemeinen Kontrolle verwendet wird. Bei Liveproduktionen, Regiearbeit oder zeitkritischem Monitoring kann eine deutlich sichtbare Verzögerung Arbeitsabläufe erschweren.

HEVO 2.0 für eine stabile Funkübertragung

Beim COSMO C2 verwendet Hollyland die Funktechnologie HEVO 2.0. Sie soll unter anderem Reichweite, Übertragungsstabilität und Latenz verbessern.

Ein Bestandteil ist eine automatische beziehungsweise nahtlose Frequenzwechsel-Technologie. Das System kann auf Veränderungen in der Funkumgebung reagieren und einen geeigneteren Übertragungskanal verwenden.

Das ist gerade an Orten interessant, an denen bereits zahlreiche WLAN-Netze oder andere drahtlose Systeme aktiv sind. Veranstaltungen, Studios und größere Produktionsorte können funktechnisch deutlich anspruchsvoller sein als ein einfacher Außendreh.

HDMI und SDI für unterschiedliche Kamera-Workflows

Das COSMO C2 unterstützt sowohl HDMI als auch SDI. Damit lässt sich das System mit unterschiedlichen Kamera- und Video-Setups kombinieren.

HDMI wird häufig bei spiegellosen Kameras, Camcordern und vielen anderen Videoquellen verwendet. SDI ist dagegen besonders im professionellen Film-, Broadcast- und Veranstaltungsbereich verbreitet.

Wer bereits mit SDI-Kameras, Videomischern oder professioneller Studiotechnik arbeitet, kann das COSMO C2 dadurch leichter in vorhandene Signalwege integrieren.

Die Unterstützung beider Schnittstellen macht das System flexibler als eine Funkstrecke, die ausschließlich auf HDMI ausgelegt ist.

NDI HX3 für IP-basierte Video-Workflows

Eine weitere Besonderheit des COSMO C2 ist die Unterstützung von NDI HX3 am Empfänger.

NDI ermöglicht die Übertragung von Videosignalen innerhalb eines IP-Netzwerks. Dadurch kann Videotechnik stärker über klassische Netzwerk-Infrastruktur miteinander verbunden werden.

Das ist insbesondere für moderne Studios, Livestream-Umgebungen und andere IP-basierte Produktionssysteme interessant. Statt ein Videosignal ausschließlich über klassische HDMI- oder SDI-Kabel weiterzugeben, kann es in einen Netzwerk-Workflow integriert werden.

Für Anwender, die ausschließlich mit einer einzelnen Kamera und einem einzelnen Monitor arbeiten, ist NDI möglicherweise weniger relevant. In komplexeren Produktionsumgebungen kann die Schnittstelle dagegen einen erheblichen zusätzlichen Nutzen bieten.

UVC-Streaming ohne klassische Capture-Karte

Das COSMO C2 unterstützt außerdem UVC-Streaming. Dadurch kann der Empfänger über USB mit einem kompatiblen Computer verbunden werden.

Je nach verwendetem System kann das Videosignal dadurch ohne zusätzliche klassische Capture-Karte am Computer zur Verfügung stehen.

Das kann Livestream-Workflows vereinfachen, weil zwischen Funkempfänger und Streaming-Rechner weniger zusätzliche Hardware erforderlich ist.

Besonders bei mobilen Produktionen kann jedes eingesparte Gerät einen Unterschied machen. Weniger Hardware bedeutet normalerweise weniger Kabel, weniger Stromversorgung und weniger mögliche Fehlerquellen.

RTMP für Livestreaming

Neben UVC unterstützt das COSMO C2 auch RTMP-Streaming. RTMP wird häufig genutzt, um Videodaten an Streaming-Plattformen oder Streaming-Server zu übertragen.

Damit ist das COSMO C2 nicht nur als klassische Funkstrecke zwischen Kamera und Monitor interessant. Es kann auch Bestandteil eines umfangreicheren Liveproduktions-Workflows sein.

Wie genau die Streaming-Funktion eingesetzt wird, hängt von der verwendeten Plattform und der übrigen Produktionsumgebung ab.

Fractional Frame Rates für professionelle Produktionen

In professionellen Video-Workflows werden nicht ausschließlich ganzzahlige Bildraten wie 25, 30 oder 60 Bilder pro Sekunde eingesetzt. Besonders im Broadcast-Bereich sind auch sogenannte fractional frame rates verbreitet.

Das COSMO C2 unterstützt entsprechende Bildraten bei HDMI- und SDI-Ein- und Ausgängen. Dadurch lässt sich das System flexibler in professionelle Produktionsketten integrieren.

Für einfache YouTube- oder Social-Media-Videos spielt dieses Detail häufig nur eine geringe Rolle. Bei Broadcast-, Event- oder professionellen Studioproduktionen kann die korrekte Unterstützung der verwendeten Bildrate dagegen entscheidend sein.

Was ist der FPS Booster?

Hollyland nennt beim COSMO C2 außerdem einen FPS Booster. Diese Funktion gehört zu den Werkzeugen, mit denen das System unterschiedliche Video-Workflows und Bildraten unterstützen soll.

Für den praktischen Einsatz sollte dabei immer der gesamte Signalweg betrachtet werden. Kamera, Funkstrecke, Videomischer, Monitor und Aufnahme- beziehungsweise Streaming-System müssen mit den benötigten Videoformaten zusammenarbeiten.

Eine einzelne Funktion der Funkstrecke kann nicht automatisch Inkompatibilitäten zwischen anderen Geräten im Produktionssystem ausgleichen.

Flexible Stromversorgung am Set

Bei professionellen Produktionen spielt auch die Stromversorgung eine wichtige Rolle. Eine Funkstrecke soll möglichst in vorhandene Kamera- und Produktionssysteme eingebunden werden können.

Hollyland sieht für COSMO C2 unterschiedliche Möglichkeiten zur Stromversorgung vor. Das ist insbesondere bei mobilen Setups interessant, bei denen Sender und Empfänger unabhängig vom Stromnetz betrieben werden müssen.

Je nach Produktionsumgebung können beispielsweise professionelle Akkusysteme und entsprechende Stromversorgungskabel eingesetzt werden.

Warum ist die 2TX-&-1RX-Struktur interessant?

Bei einem klassischen drahtlosen Videosystem besitzt häufig jede Kamera einen eigenen Sender und einen eigenen Empfänger. Zwei Kameras bedeuten dann zwei vollständige Funkstrecken.

Beim COSMO C2 können zwei Sender mit einem gemeinsamen Empfänger zusammenarbeiten. Dadurch lässt sich der Aufbau an der Empfangsseite vereinfachen.

Das kann besonders dann sinnvoll sein, wenn zwei Kameras regelmäßig gemeinsam eingesetzt werden. Weniger Empfänger können gleichzeitig weniger Kabel, weniger Stromversorgungen und einen übersichtlicheren Arbeitsplatz bedeuten.

COSMO C2 mit einem oder zwei Sendern?

Hollyland bietet das COSMO C2 sowohl als 2TX-&-1RX-System als auch als 1TX-&-1RX-Variante an.

Wer nur eine Kamera drahtlos anbinden möchte, benötigt nicht zwangsläufig zwei Sender. Die kleinere Zusammenstellung kann dann ausreichend sein.

Der besondere Vorteil des COSMO-C2-Konzepts wird jedoch deutlich, sobald zwei Kameras gleichzeitig in denselben Empfangs-Workflow eingebunden werden sollen.

COSMO C2 oder Hollyland Pyro?

Hollyland bietet mit der Pyro-Serie ebenfalls zahlreiche Systeme zur drahtlosen Videoübertragung an. Beide Produktfamilien überschneiden sich daher grundsätzlich beim Einsatzzweck.

Pyro deckt eine sehr breite Palette ab. Sie reicht von kompakten HDMI-Funkstrecken bis zu Monitoren, die Sender, Empfänger und Display in einem Gerät kombinieren.

Das COSMO C2 ist dagegen stärker als professionelle zentrale Funkstrecke für anspruchsvollere Produktionsumgebungen positioniert. Besonders die Kombination aus zwei Sendern und einem Empfänger, SDI, NDI HX3, langen Übertragungswegen und niedriger Latenz unterscheidet das Konzept.

Wer einen integrierten Funkmonitor sucht, findet innerhalb der Pyro-Serie passende Lösungen. Wer dagegen zwei Kameras zuverlässig zu einem zentralen Empfänger übertragen und das Signal in professionelle Video- beziehungsweise Netzwerk-Workflows integrieren möchte, sollte COSMO C2 genauer betrachten.

COSMO C2 oder COSMO C1?

COSMO C2 ist die Weiterentwicklung innerhalb der COSMO-Produktfamilie. Gegenüber einfacheren beziehungsweise älteren Konzepten stehen insbesondere die 2TX-&-1RX-Architektur, HEVO 2.0 und die erweiterten Integrationsmöglichkeiten im Mittelpunkt.

Wer bereits ein COSMO-System verwendet, sollte deshalb nicht ausschließlich auf die maximale Reichweite achten. Wichtiger ist die Frage, ob Funktionen wie zwei parallele Sender, NDI oder die erweiterten Streaming-Möglichkeiten im eigenen Produktionsablauf tatsächlich benötigt werden.

Für wen lohnt sich COSMO C2?

Das COSMO C2 ist vor allem dann interessant, wenn einfache Consumer-Funkstrecken an ihre Grenzen kommen.

Besonders sinnvoll kann das System sein, wenn:

  • zwei Kameras gleichzeitig drahtlos eingebunden werden sollen,
  • große Distanzen zwischen Kamera und Regie überbrückt werden müssen,
  • eine geringe und möglichst stabile Latenz wichtig ist,
  • SDI Bestandteil der vorhandenen Produktionstechnik ist,
  • NDI in einem IP-basierten Video-Workflow eingesetzt wird,
  • UVC oder RTMP für Livestreaming benötigt werden.

Wann ist COSMO C2 möglicherweise überdimensioniert?

Nicht jede Videoproduktion benötigt eine professionelle Funkstrecke dieser Klasse. Wer lediglich eine einzelne Kamera wenige Meter mit einem Kontrollmonitor verbinden möchte, kann mit einem einfacheren System auskommen.

Auch Creator, die überwiegend stationär arbeiten und Kamera sowie Rechner direkt miteinander verbinden können, benötigen möglicherweise überhaupt keine drahtlose Videoübertragung.

Das COSMO C2 spielt seine Vorteile vor allem dann aus, wenn Reichweite, mehrere Kameras, professionelle Schnittstellen und eine zuverlässige Integration in größere Produktionssysteme tatsächlich benötigt werden.

Worauf sollte man vor dem Kauf achten?

Vor der Entscheidung für das COSMO C2 sollte zunächst der komplette Video-Workflow betrachtet werden.

Wichtig sind insbesondere die verwendeten Kameraanschlüsse, die Anzahl der Kameras, die benötigte Distanz, die gewünschte Bildrate und die Frage, wie das Signal nach dem Empfänger weiterverarbeitet werden soll.

Wer beispielsweise NDI verwenden möchte, benötigt eine entsprechende Netzwerk-Infrastruktur. Wer SDI einsetzen will, sollte prüfen, welche Videoformate Kamera und weitere Geräte unterstützen.

Auch die Stromversorgung sollte bereits vor dem Einsatz geplant werden. Gerade bei langen Produktionstagen ist ein zuverlässiges Akkukonzept genauso wichtig wie die eigentliche Funkverbindung.

Fazit: Hollyland COSMO C2 für anspruchsvolle drahtlose Video-Workflows

Das Hollyland COSMO C2 ist keine einfache Funkstrecke für gelegentliches Monitoring, sondern ein System für anspruchsvollere Video- und Liveproduktionen.

Besonders interessant ist die Möglichkeit, zwei Sender mit einem Empfänger zu verbinden. Hinzu kommen laut Hollyland bis zu 1.000 Meter Übertragungsreichweite bei freier Sicht, eine Latenz von rund 33 Millisekunden, HEVO 2.0 sowie Unterstützung für HDMI, SDI und NDI HX3.

UVC- und RTMP-Unterstützung erweitern den Einsatzbereich zusätzlich in Richtung Livestreaming und computergestützte Produktion.

Für eine einzelne Kamera in einem kleinen Setup können einfachere Hollyland-Systeme ausreichend sein. Sobald jedoch mehrere Kameras, größere Distanzen und professionelle Signalwege zusammenkommen, wird das Konzept des COSMO C2 deutlich interessanter.

Damit ergänzt COSMO C2 die bereits breiter aufgestellte Pyro-Serie um eine klar auf professionelle Multi-Kamera- und Produktions-Workflows ausgerichtete Lösung.

Hollyland COSMO C2 ansehen!
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