Hollyland Pyro im Vergleich: drahtlose Videoübertragung für Kamera und Filmset
Der Name Pyro klingt zunächst eher nach Feuerwerk als nach Elektronik. Bei Hollyland steht er jedoch für eine Produktfamilie zur drahtlosen Videoübertragung und zum Monitoring. Die Systeme übertragen das Kamerabild per Funk an Empfänger, Monitore oder weitere Geräte und sollen damit Kabelverbindungen am Filmset reduzieren.
Die Pyro-Serie reicht von kompakten Sender-Empfänger-Systemen wie Pyro H und Pyro S bis zu Funkmonitoren wie Pyro 5 und Pyro 7. Mit Pyro Ultra und Pyro 7 Ultra stehen außerdem leistungsfähigere Lösungen für größere und anspruchsvollere Produktionsumgebungen zur Verfügung.
Dieser Vergleich zeigt, wie sich die wichtigsten Hollyland-Pyro-Modelle voneinander unterscheiden und für welche Anwendungen die einzelnen Varianten interessant sein können.
Was ist Hollyland Pyro?
Hollyland Pyro ist eine Produktfamilie für die drahtlose Übertragung von Videosignalen. Ein Sender wird mit der Kamera beziehungsweise einer Videoquelle verbunden und überträgt das Signal per Funk an einen oder mehrere Empfänger.

Das kann beispielsweise dann sinnvoll sein, wenn sich eine Kamera frei bewegen soll, während Regie, Kameraassistenz oder andere Teammitglieder das Bild an einer anderen Position kontrollieren müssen.
Innerhalb der Produktfamilie gibt es klassische Funkstrecken und Geräte, die gleichzeitig als Sender, Empfänger und Monitor arbeiten. Dadurch lässt sich das System an unterschiedliche Produktionsgrößen anpassen.
Die Hollyland-Pyro-Serie im Überblick
| Modell | Schwerpunkt | Geeignet für |
|---|---|---|
| Pyro H | HDMI-Funkstrecke | Kompakte Kamera- und Streaming-Setups |
| Pyro S | HDMI und SDI | Professionellere Kamera- und Video-Workflows |
| Pyro 5 | 5,5-Zoll-Funkmonitor | Mobiles Monitoring am Set |
| Pyro 5 4K | 5,5-Zoll-System für 4K-orientierte Workflows | Kompakte Produktionen mit höherer Videoauflösung |
| Pyro 7 | 7-Zoll-Funkmonitor | Regie, Fokus und größeres Monitoring |
| Pyro Ultra | 4K60-Funkstrecke mit großer Reichweite | Größere professionelle Produktionen |
| Pyro 7 Ultra | 7-Zoll-Premium-Funkmonitor mit 4K60 | Professionelles Monitoring und Fokusarbeit |
Hollyland Pyro H: die HDMI-Funkstrecke
Der Pyro H ist eine klassische drahtlose Video-Funkstrecke. Das System arbeitet mit HDMI und richtet sich damit an Kameras und Videoquellen, die über einen entsprechenden Anschluss verfügen.
Hollyland gibt eine Übertragung bis 4K30, eine Reichweite von bis zu 400 Metern bei freier Sicht sowie eine minimale Latenz von rund 60 Millisekunden an.
Das System arbeitet im 2,4- und 5-GHz-Bereich und kann laut Hersteller einen Sender mit mehreren Empfängern verbinden. Dadurch lässt sich dasselbe Kamerabild beispielsweise an verschiedene Monitoring-Positionen verteilen.
Zusätzlich unterstützt Pyro H UVC-Streaming. Damit kann das Videosignal je nach Setup direkt an einen kompatiblen Computer weitergegeben werden.
Für wen eignet sich Pyro H?
Pyro H ist vor allem interessant, wenn ein vergleichsweise einfaches HDMI-basiertes Setup benötigt wird. Das kann bei kleineren Filmproduktionen, Livestreams, Events oder mobilen Kameraeinsätzen der Fall sein.
Wer keine SDI-Anschlüsse benötigt, kann sich dadurch auf eine kompaktere Video-Funkstrecke konzentrieren.
Hollyland Pyro S: HDMI und SDI kombinieren
Der Pyro S erweitert das Konzept um SDI. Dadurch eignet sich das System stärker für professionelle Kameras, Videomischer und Produktionsumgebungen, in denen SDI bereits Bestandteil des vorhandenen Workflows ist.
Auch Pyro S unterstützt laut Hollyland eine Videoübertragung bis 4K30, Dualband-Betrieb im 2,4- und 5-GHz-Bereich sowie bis zu 400 Meter Reichweite bei freier Sicht.
Die angegebene minimale Latenz liegt ebenfalls bei rund 60 Millisekunden. Automatische Frequenzwahl beziehungsweise Frequency Hopping soll helfen, einen geeigneten Funkkanal zu finden.
Zusätzlich unterstützt das System UVC- und RTMP-Anwendungen, wodurch es auch für bestimmte Livestream-Setups interessant sein kann.
Pyro H oder Pyro S?
Der wichtigste Unterschied ist zunächst die Anschlussseite. Pyro H konzentriert sich auf HDMI, während Pyro S zusätzlich SDI bietet.
Für eine spiegellose Kamera oder ein einfaches HDMI-Setup kann Pyro H ausreichen. Wer dagegen mit professionellen Kameras, längeren Kabelwegen oder einer vorhandenen SDI-Infrastruktur arbeitet, sollte Pyro S genauer betrachten.
Hollyland Pyro 5: Monitor, Sender und Empfänger in einem Gerät
Beim Pyro 5 geht Hollyland einen Schritt weiter. Das Gerät kombiniert Monitor, Sender und Empfänger in einem Gehäuse.
Das 5,5-Zoll-Display erreicht laut Hersteller eine Helligkeit von 1.500 Nits. Damit soll der Monitor auch in helleren Umgebungen gut ablesbar bleiben.
Pyro 5 unterstützt ebenfalls Dualband-Funkübertragung über 2,4 und 5 GHz. Hollyland nennt bis zu 400 Meter Reichweite unter Sichtbedingungen und etwa 60 Millisekunden minimale Latenz.
Hinzu kommen Funktionen zur Bildanalyse, Kamerasteuerung und RTMP-Streaming. Dadurch kann Pyro 5 mehrere Geräte eines klassischen Kamera-Setups ersetzen.
Warum ist ein integrierter Funkmonitor interessant?
Bei einer klassischen Funkstrecke werden Empfänger und externer Monitor separat benötigt. Ein integriertes System kann die Zahl der Geräte, Kabel und Stromversorgungen reduzieren.
Das ist besonders bei mobilen Produktionen interessant, bei denen sich Kameraassistenz oder Regie häufig bewegen müssen.
Gleichzeitig bietet ein richtiger Monitor deutlich mehr Möglichkeiten zur Bildkontrolle als ein einfacher Empfänger ohne Display.
Hollyland Pyro 5 4K
Mit dem Pyro 5 4K führt Hollyland eine neuere Variante des kompakten 5,5-Zoll-Konzepts. Das Gerät kombiniert ebenfalls drahtlose Videoübertragung und Monitoring und ist stärker auf aktuelle 4K-Workflows ausgerichtet.
Damit positioniert sich das Modell zwischen den kompakten Funkstrecken und den größeren professionellen Monitorlösungen.
Interessant ist Pyro 5 4K insbesondere für Anwender, die einen kleinen mobilen Monitor bevorzugen, gleichzeitig aber innerhalb eines modernen 4K-Produktionsablaufs arbeiten möchten.
Hollyland Pyro 7: mehr Bildschirmfläche am Set
Der Pyro 7 kombiniert ebenfalls Sender, Empfänger und Monitor, besitzt jedoch ein größeres 7-Zoll-Display.
Hollyland gibt für den Bildschirm 1.500 Nits Helligkeit an. Das System unterstützt HDMI und SDI, Funktionen zur Bildanalyse sowie einen schnellen Wechsel zwischen verschiedenen Ansichten.
Auch hier nennt der Hersteller bis zu 400 Meter Reichweite unter Sichtbedingungen und etwa 60 Millisekunden minimale Latenz.
Die größere Bildschirmfläche kann besonders bei Fokusarbeit, Bildkontrolle oder mobilen Regieaufgaben einen Vorteil gegenüber einem kompakteren 5,5-Zoll-Monitor darstellen.
Pyro 5 oder Pyro 7?
Bei der Entscheidung zwischen Pyro 5 und Pyro 7 geht es weniger darum, welches Gerät grundsätzlich besser ist.
Pyro 5 ist kompakter und kann deshalb bei mobilen Setups angenehmer sein. Pyro 7 bietet dagegen mehr Bildschirmfläche für Bildkontrolle und Fokusarbeit.
Wer häufig mit leichtem Equipment arbeitet, dürfte das kleinere Format bevorzugen. Für längere Monitoring-Aufgaben kann das größere Display des Pyro 7 komfortabler sein.
Hollyland Pyro Ultra: für größere Produktionen
Der Pyro Ultra richtet sich deutlich stärker an professionelle Produktionsumgebungen. Das System unterstützt eine drahtlose Videoübertragung bis 4K60.
Hollyland setzt hier auf seine TWiFi-Technologie, bei der gleichzeitig im 2,4- und 5-GHz-Bereich gearbeitet wird. Der Hersteller gibt unter geeigneten Sichtbedingungen eine Reichweite von bis zu 1,5 Kilometern an.
Besonders interessant ist der Broadcast-Betrieb. Hier kann ein Sender sein Signal an zahlreiche kompatible Empfänger verteilen. Hollyland nennt für entsprechende Setups bis zu 20 Empfänger.
Damit eignet sich Pyro Ultra für Produktionen, bei denen Regie, Kameraassistenz, Fokus-Puller und weitere Teammitglieder gleichzeitig Zugriff auf das Kamerabild benötigen.
Focus Mode für geringe Verzögerungen
Bei professioneller Fokusarbeit ist die Übertragungsverzögerung besonders wichtig. Schon eine sichtbar verzögerte Bildübertragung kann das präzise Nachführen der Schärfe erschweren.
Pyro Ultra verfügt deshalb über einen speziellen Focus Mode. Hollyland gibt abhängig von Auflösung und Bildrate minimale Latenzen bis hinunter zu etwa 20 Millisekunden an.
Damit richtet sich dieser Betriebsmodus vor allem an anspruchsvollere Kamera- und Fokus-Workflows.
Hollyland Pyro 7 Ultra: Funkmonitor für professionelle Setups
Der Pyro 7 Ultra kombiniert die leistungsfähigere Funktechnik mit einem integrierten 7-Zoll-Monitor.
Das System arbeitet gleichzeitig als Sender, Empfänger und Monitor. Hollyland setzt auf ein QD-LCD-Display mit 1.500 Nits und legt besonderen Wert auf eine präzise Farbdarstellung.
Die drahtlose Übertragung unterstützt bis zu 4K60. Der Hersteller gibt unter geeigneten Sichtbedingungen eine Reichweite von bis zu 1.000 Metern an.
Auch der Focus Mode ist vorhanden. Bei passenden Einstellungen kann die minimale Latenz laut Hollyland bis auf ungefähr 20 Millisekunden sinken.
Zusätzlich stehen zahlreiche Werkzeuge zur Bildanalyse zur Verfügung, darunter beispielsweise Waveform, Histogramm, Zebra, False Color und Focus Peaking.
Für wen eignet sich Pyro 7 Ultra?
Pyro 7 Ultra ist weniger für einen einfachen Creator-Workflow gedacht als für professionelle Produktionen, bei denen Monitoring und Funkübertragung eng miteinander kombiniert werden sollen.
Typische Anwendungen können Kamera-Monitoring, Fokusarbeit oder eine mobile Regieposition sein. Gerade wenn mehrere separate Geräte vermieden werden sollen, kann das All-in-One-Konzept interessant sein.
Was bedeutet 400 Meter oder 1,5 Kilometer Reichweite in der Praxis?
Die von Herstellern angegebenen maximalen Funkreichweiten werden üblicherweise unter günstigen Bedingungen mit freier Sicht zwischen Sender und Empfänger ermittelt.
In realen Produktionsumgebungen können Wände, Metallkonstruktionen, Menschen, WLAN-Netze und andere Funkquellen die tatsächliche Reichweite reduzieren.
Deshalb sollte ein System nicht ausschließlich anhand seiner maximalen Meterangabe ausgewählt werden. Für viele Produktionen ist eine stabile Verbindung auf deutlich kürzerer Distanz wichtiger als die theoretisch größtmögliche Entfernung.
Warum ist die Latenz bei Video-Funkstrecken wichtig?
Latenz bezeichnet die Verzögerung zwischen dem Kamerasignal und der Darstellung auf dem Empfänger beziehungsweise Monitor.
Beim einfachen Kontrollmonitoring können einige Millisekunden Verzögerung häufig akzeptabel sein. Bei Fokusarbeit, Liveproduktionen oder anderen zeitkritischen Anwendungen wird eine geringe Latenz dagegen wesentlich wichtiger.
Deshalb unterscheiden sich die Anforderungen eines einfachen Kundenmonitors deutlich von denen eines Fokus-Pullers, der präzise auf Bewegungen im Bild reagieren muss.
HDMI oder SDI?
HDMI ist bei vielen spiegellosen Kameras, Camcordern und Consumer-Geräten verbreitet. Für kurze Verbindungen und kompakte Setups ist die Schnittstelle häufig ausreichend.
SDI wird dagegen stärker im professionellen Video- und Broadcast-Bereich eingesetzt. Die Steckverbindungen sind für Produktionsumgebungen ausgelegt und SDI eignet sich besonders für professionelle Signalwege.
Wer ein Pyro-System auswählt, sollte deshalb zuerst prüfen, welche Anschlüsse Kamera, Monitor, Videomischer und weitere Geräte tatsächlich verwenden.
Welches Hollyland-Pyro-System passt zu welchem Einsatz?
- Pyro H: für kompakte HDMI-basierte Videoübertragung.
- Pyro S: wenn zusätzlich SDI benötigt wird.
- Pyro 5: für mobiles Monitoring mit integriertem 5,5-Zoll-Display.
- Pyro 5 4K: für kompakte 4K-orientierte Monitoring-Workflows.
- Pyro 7: wenn ein größerer 7-Zoll-Monitor für Bildkontrolle und Fokusarbeit gewünscht wird.
- Pyro Ultra: für große Funkstrecken und mehrere Monitoring-Positionen.
- Pyro 7 Ultra: für professionelle Funkübertragung, anspruchsvolles Monitoring und Fokusarbeit in einem Gerät.
Pyro oder COSMO?
Hollyland bietet neben Pyro mit COSMO eine weitere Produktfamilie für professionelle drahtlose Videoübertragung an.
Pyro ist inzwischen stark als zusammenhängendes System aus Funkstrecken und integrierten Monitoren aufgebaut. COSMO verfolgt dagegen einen stärker auf professionelle klassische Video-Funkstrecken ausgerichteten Ansatz.
Deshalb behandeln wir COSMO C2 bewusst separat. Dadurch bleiben die beiden Produktbereiche klar voneinander getrennt und lassen sich nach ihrem jeweiligen Einsatzzweck beurteilen.
Für wen ist Hollyland Pyro interessant?
Die Pyro-Serie richtet sich an Videografen, Kameraleute, Filmteams, Livestream-Produzenten, Veranstaltungstechniker und professionelle Content Creator, die Kamerasignale drahtlos verteilen oder überwachen möchten.
Ein kleines Zwei-Geräte-Setup stellt dabei andere Anforderungen als ein größeres Filmset mit mehreren Monitoring-Positionen. Genau deshalb bietet Hollyland innerhalb der Pyro-Serie unterschiedliche Leistungsstufen an.
Wer hauptsächlich eine Kamera mit einem Monitor verbinden möchte, benötigt nicht zwangsläufig ein Ultra-System. Bei großen Produktionen mit mehreren Empfängern kann dagegen gerade die erweiterte Funkarchitektur entscheidend sein.
Fazit: Hollyland Pyro ist Video-Funktechnik und kein Feuerwerk
Auch wenn der Name zunächst an Pyrotechnik denken lässt, steckt hinter Hollyland Pyro eine umfangreiche Familie drahtloser Videosysteme.
Pyro H und Pyro S bilden den Einstieg in klassische Video-Funkstrecken. Pyro 5 und Pyro 7 kombinieren Übertragung und Monitoring in einem Gerät. Die neueren 4K- und Ultra-Modelle erweitern das Konzept um leistungsfähigere Videoformate, größere Funkdistanzen und anspruchsvollere Monitoring-Funktionen.
Welches Modell sinnvoll ist, hängt vor allem von den benötigten Anschlüssen, der Displaygröße, Auflösung, Funkreichweite, Zahl der Empfänger und der gewünschten Latenz ab.
Wer diese Anforderungen vor dem Kauf festlegt, kann innerhalb der Pyro-Serie gezielt auswählen, ohne unnötig in Funktionen zu investieren, die für den eigenen Produktionsalltag gar nicht benötigt werden.
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